Vom Versagen der Antisemitismusforschung

In einer leider viel zu wenig beachteten Auseinandersetzung um antisemitische und antiisraelische Positionen innerhalb des britischen akademischen Betriebs und speziell der mit 120.000 Mitgliedern weltweit größten nationalen “Akademikergewerkschaft” University and College Union (UCU) erklärte jüngst deren Vertreter Antony White, was die feine Gesellschaft jüdischen “Nestbeschmutzern” empfiehlt:

“He argued that Mr Fraser had not followed the actions of a number of other Jewish academics by resigning from the union, because he regarded himself as ‘fighting a political battle inside the union’.”

Nicht der durch Ronnie Fraser beklagte Antisemitismus seiner UCU bekümmert Antony White und mit ihm die Organisation, die er repräsentiert, sondern ein darob entsetzter Jude, dem darauf der Rat gegeben wird, er möge doch dem Vorbild anderer Juden folgen und die UCU verlassen, gefalle es ihm nicht mehr bei ihr. Dieser antisemitische Ratschlag blieb bislang folgenlos, niemand scheint über ihn entsetzt.

Mit dem 2010 gegründeten Pears Institute for the Study of Antisemitism gibt es wenigstens eine akademische Einrichtung, die, sollte man annehmen dürfen, den antisemitischen Angriff des UCU-Vertreters mit der gebotenen Schärfe zurückweisen sowie ihn und die UCU zum Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung machen könnte.

Sie wird aber wohl ausfallen, denn das Pears Institute hält nicht, was seine Aufgabenbeschreibung verspricht, wie Clemens Heni in einem Beitrag für CiF Watch darlegt:

“The worst event, though, of the Pears Institute for the Study of Antisemitism so far was arguably a talk by Jacqueline Rose. [..] Rose dedicated her book The Question of Zion (2005) to Edward Said. In this book Rose compares Zionist Theodor Herzl and Hitler, claiming both were inspired by Wagner’s music at a concert in 1895 in Paris [..].

We do not know which concert Rose is talking about, but it could not have been later than May 1895. At that time, young Adolf was 6 years old and in fact only visited Paris in 1940 when he conquered France during the Second World War, as historian Robert Wistrich recalls in his critique of Jacqueline Rose. So according to Rose, Hitler was inspired to write Mein Kampf at the age of six! Who can take Jacqueline Rose seriously?

The Pears Institute obviously is rather fascinated by Rose as it invited her to present her new book on June 19, 2012.”

Solange Antisemitismuschforscher Ressourcen darauf verschwenden, irrlichternden Gestalten wie Jacqueline Rose ein Podium zu bieten, ihnen zu lauschen und mit ihnen ernsthaft zu debattieren, statt Antisemitismus als solchen wenigstens wahrzunehmen, werden tapfere Menschen wie Ronnie Fraser einsame Menschen sein.

Um so wichtiger ist, daß es sie gibt.

tw24

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