Nebenkriegsschauplatz

Der “Spiegel”, auch bekannt als Fachblatt für den Café-Handel, ist seinem Ruf als “Das doitsche”, äh: “deutsche Nachrichtenmagazin” wieder einmal ganz und gar gerecht geworden; das ist weder neu noch überraschend, aber bemerkenswert ist es doch.

In einer Art von Pornografie mit den Mitteln der Geschichtswissenschaft (auf einem Niveau, das sich im Grenzgebiet zwischen Guido Knopps und Peter Moosleitners interessanten Magazinen verorten ließe) durften zwei “Spiegel”-Autoren ihren Sympathien für den sogenannten Wüstenfuchs, in einer von ihnen unterstellten Funktion als “guter Deutscher”, freien Lauf lassen.

Namen tun nichts zur Sache, denn diese Wichsvorlage für Wehrmachtsfreunde hätte jeder schreiben können, der beim “Spiegel” eine Tastatur bedienen darf. Vielleicht sogar jener Walser-Sohn, der nach einer prominenten Einzelmeinung “ein lupenreiner Antisemit, eine antisemitische Dreckschleuder” sein soll und der seinen hausinternen Spitznamen, “Einsatzgruppe Augstein”, wohl nicht ohne Grund tragen wird; seine Gastspiele in Papas interessantem Magazin wirken im Vergleich zu den Reden eines Sir Winston Churchill übrigens auch nach vielen Jahren im Journalismus noch immer so, wie ein paar Hundehaufen neben dem Himalaya.

Was den Kern der Angelegenheit betrifft, wäre zu konstatieren, dass jene Zeitgenossen Rommels, die den Kopf nicht derartig voller Scheiße Sauerkraut hatten, wie es nicht erst dieser Tage beim “Spiegel”, und dort vor allem beim Duo Fleischhauer/Friedmann, üblich zu sein scheint, sich keinerlei Illusionen darüber machten, was die Zielrichtung eines deutschen Eingreifens in Nordafrika war. In den Worten des damaligen britischen Premierministers etwa liest sich das so:

“Far larger operations no doubt impend in the Middle East theatre, and I shall certainly not attempt to discuss or prophesy about their probable course.”

Middle East bedeutete bereits damals genau das, was es auch heute bedeutet: Die Gegend an der Ostküste des Mittelmeers. Wenn sich das nun also liest, als habe der britische Premierminister sich schon am 20. August 1940 nur zu genau denken können, dass Rommel einen Eingriff in Nordafrika plant und wohin dieser dann durchbrechen sollte, so versteht man Sir Winston Churchills vielsagende Worte richtig. Zumal er im nächsten Satz der Vollständigkeit halber hinzufügt:

“We have large armies and many means of reinforcing them. We have the complete sea command of the Eastern Mediterranean. We intend to do our best to give a good account of ourselves, and to discharge faithfully and resolutely all our obligations and duties in that quarter of the world.”

Fleischhauer/Friedmann würden vermutlich einwenden, dass der Holocaust nichts mit Antisemitismus zu tun gehabt hätte, und beides nichts mit dem Zweiten Weltkrieg, aber auch nicht das Geringste; sie wären damit im warmen Schoß der völkischen deutschen Einheitsmeinung, insbesondere der “akademischen”, geborgen.

Zwar war “The Few”, während die Battle of Britain nicht entschieden war, rhetorisch in einem ziemlich dicken Strahl gepinkelt, aber Sir Winston Churchill ist nun mal einer derjenigen Schriftsteller gewesen, die ihren Literatur-Nobelpreis tatsächlich verdient hatten; sehr im Gegensatz etwa zu diesem kleinen Blechtrommler, Günter “Gedicht” Grass, der schon seit Jahren erfolglos in “Politik” zu machen versucht.

Anyway. Wer bezweifelt hätte, dass es keine gute Idee wäre, nach Kairo dann eventuell Jerusalem oder Tel Aviv anzugreifen, hätte sich spätestens jetzt denken müssen, dass eine solche Expedition in puncto Menschenleben und Material ziemlich teuer geworden wäre; nicht, dass das im Jahre 1941 und in Nazi-Deutschland jemand davon abgebracht hätte, es “jetzt erst recht” zu versuchen.

So soll es diesen “Herrn Hitler” denn auch sehr geärgert haben, dass die Kaukasus-Offensive zwei Jahre später dann eher daran interessiert gewesen war, das damalige deutsche Hoheitszeichen auf dem Elbrus anzubringen, statt sich für den Vorstoß in Richtung Palästina nützlich zu machen; vor der Gründung des jüdischen Staates einer der wenigen relativ sicheren Orte der östlichen Hemisphäre. Auch den Coup des Rashid Ali al-Gailani im Irak 1941 hatte Nazi-Deutschland erst relativ spät für seine Zwecke zu nutzen gewusst. Der zitierte Absatz schließt mit den vielsagenden Worten:

“More than that I do not think the House would wish me to say at the present time.”

Und mehr zu sagen war mit Datum dieses 20. August 1940 denn auch wirklich gar nicht nötig, denn den Rest konnten sich bereits im vorwege alle denken zu einer Zeit, als die Menschen ihren Kopf noch zum Denken gebrauchten; und diejenigen, die nicht denken konnten, wurden wenigstens nicht in den Journalismus gelassen, konnten sich also auch nicht an jenem Verbrechen am Gattungswesen beteiligen, das sich heute “Der Spiegel” nennt.

tw24

Dieser Beitrag wurde unter Antisemitismus Antizionismus, Bomber Harris do it again, Deutschland Nazis, Dhimmi Medien Schweinepresse, Terrorismus Islamismus Festnahme abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.