USA und die Welt: Obamas gescheiterte Doktrin

Von Marokko bis Indonesien – und sogar in Sydney, Australien – setzten die muslimischen Massen über das vergangene Wochenende ihren Aufruhr fort. Im benachbarten Sinai ist die schwarze [El Kaida] Salafisten Flagge über dem Hauptquartier einer multinationalen Beobachtertruppe unter US Kommando gehisst worden. Die US-amerikanischen Botschaften in Ägypten, Tunesien und Jemen wurden erneut angegriffen. Demonstranten in Pakistan brüllten: “Obama, Obama, es gibt eine Million weiterer Bin Ladens!” Was muss noch alles passieren, damit der US Präsident Barack Obama begreift, dass seine Doktrin zum Nahen Osten zerbrochen ist?

Wie zu erwarten, vertritt der Pressesekretär des Weißen Hauses Jay Carney weiterhin die Erklärung, dass die Aufstände durch ein surreal wirkendes Video entstanden sind, das den Propheten Mohammed kritisiert, und dass die Aufstände in Wirklichkeit auf gar keinen Fall gegen die USA gerichtet sind. Wirklich? Nun, Obamas Realitätswahrnehmung scheint wirklichkeitsgestört, und wir sind in Schwierigkeiten.

Obama wird höchstwahrscheinlich weiterhin die gleiche Ausrede benutzen und dieselbe Politik und Doktrin vertreten, weil eine Richtungsänderung vor Wahlen gleichbedeutend damit ist, sein Versagen einzugestehen. Wie kann eine Regierung, die den großen “arabischen Frühling” mit so vielen Vorschußlorbeeren überhäuft hat, nun zugeben, dass sich bei den arabischen Massen nichts verändert hat, weil ihr Hass gegen den Westen und die USA weiterhin existieren?

Obama hat seine erste Amtszeit genutzt, um den Nahen Osten zu verspielen. Er hatte nicht nur versprochen, dass der Dialog mit dem Iran geführt werden würde, und dass – natürlich – der israelisch-palästinensische Konflikt gelöst werden würde, er hat uns auch versichert, dass er in der Lage ist, die Kulturen zu versöhnen. Wer, wenn nicht Obama, der in einem muslimischen Land (Indonesien) gelebt hat, konnte dieser Herausforderung im Anschluss an die Ära Bush entgegentreten?

Aber heute ist jedermann klar, dass Obama der Herausforderung nicht gewachsen war. Das ist der Grund, warum er heute so vielen neuen Herausforderungen gegenübersteht. Obama muss nun die Sicherheit seiner Diplomaten, die in der arabischen und muslimischen Welt stationiert sind, gewährleisten. Einem Bericht der The New York Times zufolge, haben mindestens 60 Repräsentanten Amerikas im Verlauf des Wochenendes ihre schriftlichen Notrufe an die US Regierung gesandt.

Obama hat es mit komplexen geopolitischen Herausforderungen zu tun. Selbst wenn er weiterhin dem Trailerfilm als Ursprung des Aufruhrs die Schuld gibt, muss er trotzdem zugeben, dass seine Doktrin versagt hat. Obama setzte insbesondere auf zwei Länder, die er gleich zu Beginn seiner Amtszeit besucht hat. Das sind Ägypten und die Türkei, denen gemeinsam ist, dass sie moderne islamistische Regierungen haben. Ankara (Anm. der türkische Zweig der Muslimbruderschaft) befindet sich nun mit Washington in einem Wettbewerb mit offenem Ausgang über Einflussbereiche im Nahen Osten. Und Ägypten hat nun einen Präsidenten der ägyptischen Muslimbruderschaft, der hin- und her schwankt zwischen dem Wunsch, sich Washington freundlich zu halten, einerseits, und seinen Wählern, die die amerikanische Kultur verachten, andererseits. Und mittlerweile hat Obama immer noch nicht auf das iranische nukleare Programm reagiert.

Seit seinem Eintritt ins Weiße Haus äußerte Obama die besten Absichten. Er hätte es sich nicht träumen lassen, dass ein Film seinen Traum zerschlägt. Der Film war nur ein Vorwand. Obamas Doktrin und der arabische Frühling haben für kurze Zeit die fortwährende Auseinandersetzung der Kulturen zwischen dem Westen und der arabischen Welt vertuscht; aber nun ist die Wahrheit erneut ans Licht gelangt.

Die Außenministerin Hillary Clinton scheint allmählich zu begreifen, was in unserer Region vor sich geht. “Die Menschen in Ägypten, Libyen, Jemen und Tunesien haben die Tyrannei eines Diktators nicht gegen die Tyrannei eines Mob eingetauscht”, sagte sie, indem sie zu einer besseren Zukunft aufrief. Guten Morgen – ob Washington endlich aufgewacht ist?

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