Bochum: Bin Ladens Ex-Bodyguard Sami A. kassierte bisher 20 000 Euro vom Staat

Der ehemalige Leibwächter von Osama bin Laden bekommt finanzielle Unterstützung vom Staat: Sami A., der seit acht Jahren unbehelligt in Bochum lebt, kassierte von 2008 bis heute rund 20 000 Euro staatliche Unterstützung als Asylbewerber. Dies wird am morgigen Donnerstag der Innenausschuss des NRW-Landtages erfahren. Dort äußert sich Innenminister Ralf Jäger (SPD) zur Gefährlichkeit von Bin Ladens Ex-Bodyguard, den die WAZ vor einem Monat enttarnt hatte.

Jäger bezieht sich auf Fragen der CDU. Seine schriftlichen Antworten liegen der WAZ vor. Darin bestätigt der Minister: „Sami A. vertritt eine salafistische Ideologie.“ Von dem 36-jährigen Tunesier gehe „eine generelle Gefahr aus“. Für junge Muslime sei der Prediger eine „religiöse Autorität“, die „vorbildlich“ wirke – nicht zuletzt dank „seiner militärischen Ausbildung in einem El-Kaida-Lager“. Andere Salafisten könnten versuchen, ihm „nachzueifern“, befürchtet Jäger. Sami A. hatte unter anderem persönlichen Kontakt zu Ramzi Binalshibh, mutmaßlicher Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA und derzeit in Guantánamo angeklagt.

Laut Jäger haben die Sicherheitsbehörden Sami A. seit 2003/2004 „im Visier“. Ein Ermittlungsverfahren gegen ihn sei geplatzt, weil Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung noch nicht unter Strafe gestanden habe im Jahr 2000, als der Salafist bei Bin Laden in Afghanistan war. „Trotz intensiver Beobachtung“ findet Jäger „keine gerichtsfesten Hinweise“ dafür, dass der Prediger „gezielt Personen aus seinem Umfeld radikalisiert“.

Die Bundesanwaltschaft sieht das anders. Sie hält Sami A. für maßgeblich beteiligt an der Radikalisierung von zwei Mitgliedern der mutmaßlichen Düsseldorfer El-Kaida-Zelle. Sein Einfluss wäre demnach mit dafür verantwortlich, dass der 21-jährige Amid C. aus Bochum und der 28-jährige Halil S. aus Gelsenkirchen einen aufsehenerregenden Sprengstoffanschlag in Deutschland planten.

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