Beschneidungsschmerzen

In der jüngsten Folge der in Talkshows und anderen Formaten und Medien ausgetragenen “Beschneidungsdebatte” machte Stephan Kramer als Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland deutlich, daß er diese Debatte nicht ablehne.

Er machte allerdings auch darauf aufmerksam, daß eine Entscheidung Konsequenzen habe:

“Für uns Juden, aber auch für die Muslime, ist die Beschneidung ein konstituiver Bestandteil der Religionsausübung. Und wenn das hier nicht mehr gegeben ist, dann haben wir in der Tat ein Problem.”

Reinhard Merkel, der als in Hamburg lehrender Strafrechtler vorgestellt wird und als Gegner der Beschneidung auftritt, meinte, darauf mit der Frage antworten zu müssen, “welchen Sinn hat eine Debatte, die ein bestimmtes Ergebnis von Anfang an verbietet oder auschließt?”

Dieses “Verbot”, das niemand ausgesprochen hat, umtreibt auch eine Genossin des in aller Welt geschätzten Apartheid-Experten Sigmar Gabriel:

“Auf die Feststellung des Zentralratspräsidenten der Juden, Dieter Graumann, ohne Rechtssicherheit für Beschneidungen sei jüdisches Leben in Deutschland nicht mehr möglich, sagte [Marlene] Rupprecht, dies sei ein ‘Totschlagargument’. Man könne nicht sagen: ‘Wir hatten den Holocaust, also haben wir jahrhundertelang nichts zu kritisieren.’”

Auch das hatte niemand erzählt, es ist allein ihre Einbildung, an der die Sozialdemokratin leidet. Wie schwach müssen die “Argumente” der Beschneidungsgegner sein, daß sie den bloßen Hinweis auf die Folgen einer speziellen Entscheidung als “Totschlagargument” abwehren?

Wenn die rituelle Beschneidung von Jungen, wie ein deutscher Polizeigewerkschafter erläuterte, “eine schwere Körperverletzung” ist, weshalb fürchten all die Guten und Gerechten dann die Konsequenzen ihres Verbots? Wer will schon Nachbarn haben, die der “schweren Körperverletzung” schuldig sind?

Entscheidungen haben Konsequenzen, und wenn die Konsequenz ist, daß Juden das Leben in Deutschland unmöglich gemacht wird, dann ist es eben so. Man kann aber nicht ein Ende von Beschneidungen verlangen und erwarten, daß Juden sich davon unbeeindruckt zeigen.

Wenn die “Argumente” der Beschneidungsgegner so stark sind, daß sie ein Beschneidungsverbot rechtfertigen, dann müßten gerade sie doch auch keine Angst vor Antisemitismusvorwürfen haben. Schließlich geht es um “Kinderrechte”, wie demnächst eine deutsche Stiftung per Buswerbung erklären wird.

“Wir fordern die deutschen Politiker auf, die Selbstbestimmungsrechte der Kinder höher zu gewichten als die Beschneidungsinteressen der Eltern, die in vielen Fällen bloß einem sozialen Gruppendruck folgen und über die Konsequenzen der Zirkumzision nur unzureichend aufgeklärt sind.”

Was wäre denn so schlimm daran, verließen böse Eltern, die ihrem wehrlosen männlichen Kindern böse Dinge antun, das Land, um einer Verfolgung zu entgehen? Wieso also das Gerede vom “Totschlagargument”, wenn ein Land voller glücklicher, da unbeschnittener, Kinder doch ein besseres wäre?

Oder ahnen die Besseren und Gerechteren vielleicht doch, daß es Antisemitismus ist, der sie antreibt, wenn sie von Juden, denen sie ein ungestörtes Leben unmöglich machen wollen, verlangen, ausgerechnet diese Konsequenz einer Entscheidung zu ignorieren, sie nicht zu erwähnen?

tw24

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