Palästinenser vs. “Palästinenser” II

Die New York Times verfügt über ein Archiv, das alle Beiträge umfaßt, die in der 1851 gegründeten Tageszeitung erschienen sind. Wer das will, kann nachlesen, wie die New York Times 1929 vom Massaker an Juden in Hebron berichtet oder davon, daß 1937 ein für die Pogrome mitverantwortlicher Haj Mohammed Amin el Husseini nach Syrien flüchten mußte, um 1941 zunächst in Italien aufzutauchen:

“‘Italy, which knows Husseini’s feeling of friendship and admiration for the Duce and the Fascisti is glad to learn that he is safe and sound on her territory,’ said the government’s communiqué. [..]

After announcing the ‘great and happy event’ of the Mufti’s reaching Rome, Radio Bari is quoted saying: ‘Moslems, with the arrival in Italy of the Mufti of Jerusalem, God has wanted to give us another sign of his benevolence for the cause of the Arabic nations.

‘This is a good omen for the struggle that all Arabs, headed by the Grand Mufti, have engaged in against  Anglo-Jewish domination and exploitation. With the help of God the victory of the Arabs is certain and Italy is glad to be able to collaborate in the realization of the national aspirations of the Arabic world.’” (28.10.1941)

Später zog es den Großmufti nach Berlin, wo er als Gast Heinrich Himmlers auch Adolf Eichmann kennenlernte und sich bleibende Verdienste beim Versuch der Endlösung der Judenfrage erwarb. Nach Kriegsende hatten die Alliierten leider kein gesteigertes Interesse daran, Haj Mohammed Amin el Husseini zur Strecke zu bringen, so daß er 1974 in Freiheit sterben konnte; während eines Interviews schwärmte Yassir Arafat 2002 von “unserem Helden”.

Während die New York Times also zumindest einige Stationen der Karriere dieses “Helden” nachzeichnete, fällt auf, daß er nie “Palestinian”, “Palästinenser”, genannt wird, obgleich er doch einer gewesen sein soll, einer mit Vorbildcharakter noch dazu. “Palastinians” kennt die New York Times aber erst seit dem 12. August 1970, an diesem Mittwoch erscheint der Begriff erstmals in einem Artikel unter einer sehr deutlichen Überschrift:

“Many Palestinians have turned against President Gamal Abdel Nasser of the United Arab Republic. They feel that by trying for a settlement he is throwing away the chance of eventually destroying Israel and letting them regain the land they still regard as theirs.”

Ist das nicht erstaunlich? Da werden erstmals “Palestinians” erwähnt – und dann gleich so treffend jene Mission beschrieben, die sie als ihre ansehen, die, eifern sie dem “Helden” Haj Mohammed Amin el Husseini nach, ihre Identität ausmacht. Kürzlich formulierten wir an dieser Stelle drei Sätze, die offenbar gar nicht gut ankamen:

“Somit wird auch klar, welche Absichten jene hegen, die darüber sich echauffieren, werden ‘Palästinenser’ nicht Palästinenser genannt. Für sie sind ‘Palästinenser’ nicht wichtig als Menschen, sondern als Kanonenfutter, das sie vorschicken, die Drecksarbeit – den Mord an Juden – zu erledigen. Denn das ist es, was heute als palästinensisch verstanden wird – auch und gerade von Hamas und Fatah.”

Wir lagen völlig richtig, wie der Blick in die New York Times vom 12. August 1970 zeigt.

tw24

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