Sport und Mord: Wafa Idris-Fußballturniere bald auch in Deutschland?

“Wie naiv ist das?” fragte kürzlich für Das Parlament sich Thomas Kistner, nachdem Willi Lemke, UN-Sportbeauftragter, ernsthaft vorgeschlagen hatte, die UEFA-Europameisterschaft im Fußball dazu zu nutzen, “in die Ukraine [zu] fahren, um dort vor Ort den Dialog zu suchen”, er glaube “nicht, dass man lediglich durch die Teilnahme an einer Sportveranstaltung ein System unterstützt”.

Denn Sport und Politik, nun, das seien verschiedene Angelegenheiten. “[W]ir wollen doch versuchen, nach Möglichkeit Sport und Politik zu trennen, obwohl ich genau weiß, dass man diese Dinge nicht strikt trennen kann. Aber wir wissen alle, dass der Fußball, der Sport im allgemeinen unabhängig sein soll von der Gängelung durch die Politik.”

Das gilt – selbstverständlich – nicht für Israel. Da mischt sogar Willi Lemke, der “Sport im allgemeinen” nicht durch Politik gängeln will, sich ein. Während einer Veranstaltung, mit der, wie ein Vertreter des deutschen Innenministeriums es ausdrückte, gezeigt werden sollte, “dass wir Palästina genauso behandeln wie andere Staaten und wie Israel auch”, stammelte der UN-Beauftragte:

“Ich sage, für mich persönlich, dass wir allergrößten Wert drauf legen, dass der Nationalkeeper der palästinensischen Nationalmannschaft einen fairen Prozess bekommt. Ich kann nicht sagen, ob er schuldig ist oder nicht, aber er muss, wenn er jetzt mehrere Jahre im Gefängnis gewesen ist in Israel, dann muss ihm der Prozess gemacht werden.”

Eine solche Äußerung paßt natürlich zu einer Veranstaltung, auf der die deutsche Politik “Palästina”, das es bekanntlich nicht gibt, “genauso behandeln” will “wie andere Staaten und wie Israel auch”, das also vermutlich kein Staat ist; der “Nationalkeeper”, um den Willi Lemke sich sorgt, ist Mahmoud Sarsak, der als Mitglied des Islamic Jihad verdächtigt wird, an terroristischen Anschlägen beteiligt zu sein.

Sport und Terrorismus sind in “Palästina” keine sich ausschließenden Gegensätze. Sie gehören, scheint’s, vielmehr fest zusammen. So ist es nicht unüblich, schon Fußballturniere für Jugendliche nach verdienten Helden des “palästinensischen” “Widerstands” zu benennen, etwa nach Wafa Idris, die 2002 in Jerusalem als menschliche suicide bomb einen 81jährigen Mann ermordete und mehr als 100 Menschen verletzte.

Und daß Terrorismus “Widerstand” und Politik in “Palästina” nicht voneinander zu trennen sind, bewies “Palästinenserpräsident” Abu Mazen eindrücklich beim Empfang der Überreste mehrerer Dutzend “Märtyrer” in Ramallah am 31. Mai. Es liegt also nahe zu vermuten, daß, ginge es nach der PA, wer zu Ehren von Wafa Idris den Ball tritt, sich später auch in Haifa zu ihr ins “Paradies” sprengt.

Für diese Rolle von “Sport als politischer Vermittler” hat Willi Lemke allerdings so wenig Kritik wie das durch Gerhard Böhm vertretene deutsche Innenministerium, das, es kann nicht oft genug wiederholt werden, daher “Palästina genauso behandeln” will “wie andere Staaten und wie Israel auch”, wo Sportveranstaltungen zu Ehren Baruch Goldsteins vermutlich bereits so alltäglich sind, daß man nie von ihnen hört.

Zum Zeitpunkt der Ausstrahlung der schönen Sendung “Sport als politischer Vermittler” hatte Welt online übrigens schon lange unter der Überschrift “Konflikt um palästinensischen Fußballer beigelegt” gemeldet, Mahmoud Sarsak werde “am 10. Juli aus dem Gefängnis entlassen”. Die Staatsrundfunker in Köln wiederholten in ihren “Informationen am Morgen” am Dienstag den Beitrag vom Vorabend – unverändert.

tw24

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