Zum 67. Jahrestag der Befreiung Europas vom Hitlerfaschismus

Pressemitteilung der DIG-Hochschulgruppe Rostock, 8.5.2012
Anlässlich des 67. Jahrestages der Kapitulation der Hitlerwehrmacht am 8. und 9. Mai 1945 erinnert die Hochschulgruppe der Deutsch-Israelischen Gesellschaft daran, dass Europa seine Befreiung den Armeen der Anti-Hitler-Koalition – der Keimzelle der Vereinten Nationen – und den Partisanenbewegungen in den von Nazideutschland unterjochten Ländern verdankt. Am Freiheitskrieg der Anti-Hitler-Koalition gegen den Rasseimperialismus der Nazis beteiligten sich Juden in beträchtlichem Maße an den verschiedenen Fronten des Krieges. Dies gilt für die Beteiligung der Juden im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina an den Kriegsanstrengungen der Alliierten wie für den Dienst einer halben Million sowjetischer Juden in der Roten Armee, die im Zentrum der Zerschlagung der Mordmaschinerie des „Dritten Reiches“ stand. Rund 160 Juden wurden mit dem höchsten sowjetischen Orden, „Held der Sowjetunion“, ausgezeichnet.
Wie Stephan J. Kramer, Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, mit Recht hervorhob, muss die Erinnerung an diesen Teil der europäischen und der jüdischen Geschichte am Leben erhalten werden: dass „die Juden von der Roten Armee nicht nur befreit wurden, sondern auch selbst einen erheblichen, von unseren Feinden gern verschwiegenen Beitrag zum sowjetischen Sieg über die Nazis geleistet haben“. In diesem Zusammenhang erinnert Kramer auch an den Dienst von Juden in anderen alliierten Armeen.
In Mecklenburg-Vorpommern, wo der 8. Mai seit 2002 als staatlicher Gedenktag, als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des 2. Weltkrieges, begangen wird, sieht sich unsere Hochschulgruppe in der Pflicht, jedwedem Geschichtsrevisionismus, der sich gegen das Gedenken des Sieges über den Hitlerfaschismus richtet, offensiv entgegenzutreten. Dies gilt auch für den gedenkpolitischen Vandalismus, wie er in den periodischen Vorstößen zu einer Umbenennung der Ilja-Ehrenburg-Straße in Rostock zum Ausdruck gebracht worden ist.
Daniel Leon Schikora

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