Kennen Sie den Unterschied zwischen Erstschlag und Präventivschlag?

Nein? Macht nix, Sie schreiben ja auch nicht drüber. Im Gegensatz zu Thomas Steinfeld, dem Literatur- oder Feuilletonchef der Süddeutschen Zeitung. Steinfeld ist der Mann, wenn Sie sich erinnern, der Henryk M. Broder mit den Anhängern eines radikalen Islams auf eine Stufe setzte [1] und der sich in dem zugehörigen Artikel auch sonst als gnaden- wie geistloser Relativierer präsentierte.

Steinfeld also fühlt sich berufen, zu Grass’ Schmierenstück den “lang ersehnten” Kommentar 33 1/3 in der Süddeutschen abzuliefern [2]

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Leider beschränkt er sich dabei nicht auf sein Metier und damit die Form, in der Grass seinen antisemitischen Leserbrief verfasste, sondern versucht sich an militärischen Begriffen. Was dazu führt, dass er aus schierer Dummheit oder auch mit Kalkül behauptet:

“..und Günter Grass hatte ja recht, als er von einem “Erstschlag” sprach: Ein Präventivschlag war Israel jedenfalls bislang nichts Fremdes.”

Womit er zwei völlig unterschiedliche Begriffe vermischt. Das Wort vom “Erstschlag” nämlich entstammt einer militärstrategischen Terminologie und ist eng an die Nutzung von Atomwaffen gebunden. Ein Erstschlag kann durchaus im Rahmen eines Angriffskrieges geführt werden. Ganz anders der Begriff vom “Präventivschlag”, der aus dem Völkerrecht stammt und der dort eine – durchaus umstrittene und von Fall zu Fall abzuwägende – Maßnahme im Rahmen der Selbstverteidigung eines Staates beschreibt.

Gehen wir mal davon aus, dass der verehrte Doktor Steinfeld nicht zu dumm ist, diesen Unterschied zu kennen, dann offenbart sein Satz die typische Hinterfotzigkeit, mit der in gewissen Kreisen von Israel-”Freunden” versucht wird, dem Judenstaat auch noch bei den geringsten Gelegenheiten an den Karren zu fahren. Der unbedarfte Leser nämlich leitet aus Steinfelds Satz nur eines ab: Israel habe schon einmal – oder gar mehrere Male – einen Erstschlag ausgeführt und damit einen Angriffskrieg begonnen. Das Gegenteil davon ist wahr. Bisher, beginnend in der Nacht der Staatsgründung, war es immer Israel, das von Angriffskriegen oder Terrorangriffen überzogen wurde. Und ausgerechnet der einzige Krieg, den Israel tatsächlich “zuerst” begonnen hatte, ist bis heute auch der weltweit einzige Krieg, dem von weiten Teilen der Völkergemeinschaft das Wesen eines legitimen Präventivschlages, also einer Selbstverteidigungshandlung, zugebilligt wird, ja der geradezu als Beispiel für diese Verteidigungsform steht. Die Rede ist vom Sechs-Tage-Krieg von 1967.

Aber diese Dämonisierung Israels durchs Hintertürchen genügt Steinfeld nicht. Fast noch schlimmer, und genauso unaufrichtig aus der Deckung geführt, ist die Bemerkung:

“Es ist, als könne man gar nicht mehr reden über die Gründe der Feindschaft zwischen Israel und Iran”

Eine Feindschaft zwischen Israel und dem Iran? Blödsinn. Zunächst einmal ja, es gibt eine Feindschaft von Seiten des Iran gegenüber Israel. Und zwar eine in erster Linie rassistisch/religiös gefärbte Feindschaft, denn Israel ist nicht irgendein Staat, sondern der Staat der verhassten Juden. Ganz ohne fiktive militärische Bedrohung ist es der Hass gegen die Juden, der für die Feindschaft vieler Iraner – und auf jeden Fall der politischen wie religiösen Führung – gegenüber Israel sorgt. Aber eine Feindschaft Israels, eine Feindschaft der Isarelis, der Juden, gegenüber den Iranern, den Persern, existiert schlichtweg nicht. Es gibt kein Feindbild Iraner. Mit einer Ausnahme: in Zusammenhang mit der militärischen Bedrohung, die aber wiederum vom Iran ausgeht. Keine militärische Bedrohung, keine Terror = kein Feind Iran. Zu unterstellen, wie Steinfeld es hier getan hat, es gäbe eine auch nur annähernd gleichwertige, wechselseitige Feindschaft zwischen Israel und dem Iran, dient ebenfalls nur einem Ziel: Israel zu diskreditieren.

Aber wir wollen nicht unzufrieden sein. Der Grass-Hassbrief hat sein Ziel gründlich verfehlt. Das zeigt das dumme Geschwafel des alten Fanaten, nachdem ihm nun nach seinem abartigen Gedicht eisiger Wind entgegen schlägt, und das zeigt das aufgeregte Rudern der Süddeutschen, die sich – statt der allerorten geäußerten Kritik an der eigenen unrühmlichen Rolle in diesem Schmierentheater – im Ergebnis mehr Hass auf Israel versprochen hat. Ein Boomerang, wie sich zeigt.

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suedwatch

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