Heilige Krieger

Nachdem die Alliierten der Deutschen Reich in Schutt und Asche und ihren geliebten Führer in den Suizid gebombt hatten, weil der Deutschen Ehre bis zuletzt Treue zur Barbarei hieß, fanden die Sieger freilich dennoch allerorten nur ahnungslose Mitläufer, über die Saul K. Padover in seinem Tagebuch bis heute gültige Worte notierte:

“Wo ich auch hinkam, suchte ich Hinweise auf Widerstand und erkundigte mich nach Sozialdemokraten und Kommunisten. Doch am Ende fanden weder ich selbst noch andere Leute eine nennenswerte Zahl von Oppositionellen, die offen oder versteckt gegen das Hitlerregime gekämpft hatten, sondern nur erbärmliche Mitläufer. Das allein ist der schlimmste Vorwurf den man den Deutschen machen kann.”

(Saul K. Padover: Lügendetektor, S. 244, München 2001)

Einer dieser Mitläufer, der im Februar 1933 der NSDAP beigetreten war, hieß Kurt Georg Kiesinger, der später, von 1966 bis 1969, Deutscher Bundeskanzler einer Koalition aus CDU und SPD war und als solcher mit den Nazis natürlich nichts zu tun gehabt haben wollte.

Wer damals laut über Kurt Georg Kiesingers Tätigkeit als stellvertretender Leiter der Rundfunkpolitischen Abteilung im Reichsaußenministerium nachdachte, mußte mit Sanktionen rechnen, wie Beate Klarsfeld, die es gewagt hatte, schnell erfahren sollte. Sie verlor prompt ihre Stelle beim Deutsch-Französischen Jugendwerk in Paris.

Die junge Frau freilich wollte nicht verstummen, was offenbar nicht eingeplant war. Am 7. November 1968 ohrfeigte sie Kurt Georg Kiesinger während eines Parteitags seiner CDU in (West-)Berlin, um damit auf die nach ihrer Ansicht ungenügende Aufarbeitung der Vergangenheit in Deutschland, für die der Geohrfeigte stand, hinzuweisen.

Aus der DDR bekam Beate Klarsfeld nach ihrer Tat 2.000 Mark, Westdeutschland ließ sich weiterhin von Kurt Georg Kiesinger regieren und zeigte im übrigen sich wenig beeindruckt von ihrem Wunsch nach Aufklärung. Exemplarisch für die CDU verkündete noch 2007 deren Ministerpräsident Günther Öttinger, wer Ehre verdient in Deutschland:

“Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Im Gegenteil: Er war ein Gegner des NS-Regimes. Allerdings konnte er sich den Zwängen des Regimes ebenso wenig entziehen wie Millionen Andere.”

Heute nun, da Beate Klarsfeld, die im Laufe ihres Lebens mehrere Nazi-Kriegsverbrecher aufspüren konnte, sich – leider – von der Partei Die Linke zur Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin nominieren ließ, zeigt der alte Antikommunismus wieder Gesicht, wenn auch ein junges, und macht deutlich, daß ihm Nazis lieber sind als Nazi-Jägerinnen.

Die Welt am Sonntag titelt: “Regierung erwägt Stasi-Überprüfung von Klarsfeld”.

“Das neue Stasi-Unterlagen-Gesetz ließe dies zu, erklärte der Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion für den Aufbau Ost, Patrick Kurth, der ‘Mitteldeutschen Zeitung’. Gegenüber der ‘Welt’ hatten die Generalsekretäre von CSU und FDP, Alexander Dobrindt und Patrick Döring, Klarsfeld zuvor scharf attackiert.”

(Welt am Sonntag, 11.03.2012, S. 1)

Selbstverständlich geht es den Stasi-Jägern aus Union und FDP nicht um eine objektive Prüfung, denn die wäre innerhalb einer Woche wohl kaum zu leisten. Beate Klarsfeld hat auch nicht die geringste Chance gegen einen Pastor, auf dessen Wunsch das MfS, heißt es, einen VW-Transporter in die DDR importierte.

Es geht den Stasi-Jägern einzig darum, die Kandidatin Beate Klarsfeld zu diffamieren, denn gegen sie – nicht gegen Die Linke – richten sich ihre Angriffe. Die Nazi-Jägerin soll zur Strecke gebracht werden, weil sie es wagte, jenes Deutschland, das mit seinen Nazis im Reinen war und, ist zu fürchten, ist, bloßzustellen.

Kurt Georg Kiesinger , Konrad Lischka, Klaus Barbie – er soll, scheint’s, gerächt, zum ehrenwerten “Stasi-Opfer” werden. Hat Joachim Gauck, der Kandidat dieser “Demokraten”, Anstand, verweigerte er sich dem schäbigen Schauspiel, das diese “Aufklärer” aufführen, und zöge seine Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten zurück.
tw24

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