Steter Tropfen höhlt das Hirn

Nun, zugegeben, viel gibt es bei den harten Antisemiten nicht zu höhlen. Auf die hat es die Süddeutsche aber auch nicht abgesehen. Ihr Zielklientel ist der Bildungsbürger, der sich als aufrechter Antifaschist sieht und jeden Holocaustgedenktag mit einer melodramatisch zur Schau getragenen Träne im Knopfloch [1] begeht. Und sich um so mehr nach Entlastung von seiner Geschichte und wohl auch so manchen niederen Triebes sehnt. Und die liefert die Süddeutsche im Dauerfeuer. Im Blatt aus München darf man – als Leser wie als Redakteur – noch ganz zivilisiert seine antisemitischen Stereotype ausleben, ohne sich deshalb auch als Antisemit verantworten zu müssen. Das Mittel zum Zweck ist hier überwiegend die Israel-Berichterstattung, die schon lange die Grenze zur Propaganda überschritten hat. Und wie jede Propaganda setzt sie ungeniert auf Halb- und Unwahrheiten, die nicht der Information, sondern der Desinformation dienen. Ein aktuelles Beispiel [2]:

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“Wer hat’s erfunden?” lautet der charmante Slogan in der Ricola-Werbung. Und “Wer hat angefangen?” ist eine nicht unwesentliche Frage bei jedem Konflikt. Bei Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und Israelis gibt es da bei der Süddeutschen verlässlich nur eine Antwort: die Israelis. Aktuell liest sich das so:

“Nach dem Luftangriff auf den Wagen des Chefs des militanten Volkswiderstandskomitees (PRC)schossen Palästinenser mit Raketen auf israelisches Gebiet. Israel griff daraufhin mehrere Stellungen der Kämpfer an.”

Und:

“Als Reaktion auf die offenbar gezielte Tötung der Kommandeure feuerten mehrere Palästinensergruppen am Freitagnachmittag Raketen ab, die zum Teil weit hinter der Grenze einschlugen.”

Also zuerst “griff” Israel an, dann “schossen” die Palästinenser zurück, kam deren “Reaktion”. Und das letzte Wort, den letzten “Angriff” [3] (hier also keine “Reaktion”), gönnten sich schließlich wieder die Israelis. Erstaunlich, nicht? Israelis greifen an, am Anfang, mittendrin und überhaupt, während Palästinenser nur (zurück-)schießen und reagieren. Sehr viel scheint sich in der Propagandaarbeit in den Jahren nach dem Spruch “Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen” [4] nicht geändert zu haben. Und wie weiland bei den Nazis stimmt auch hier die Chronologie nicht. Wobei sich Hitlers Gesellen, das muss man ihnen fairerweise zugestehen, noch richtig Mühe gaben, mit ihren Lügen. Heute braucht es keinen Sender Gleiwitz mehr, keine falschen Klamotten und keine herbeigezerrten Toten. Diese Dreckarbeit übernehmen mit weniger Aufwand die Medien, allen voran die Süddeutsche, die lediglich “vergisst” zu erklären, dass dem Gegenschlag der Israelis am selben Tag und am Tag zuvor Raketenangriffe der Palästinenser vorausgingen. Am 8. März meldet die Jerusalem Post…

“A mortar shell exploded in an open area in the Eshkol Regional Council Thursday morning.” [5]

…und am 9. März, dem Tag des Gegenschlags der Israelis, berichtet sie von einem weiteren Angriff:

“Two mortar shells fired from Gaza exploded in Israel on Friday, causing no casualties or damage.” [6]

Es sind dies die sechsten, siebten und achten Raketen auf israelische Zivilisten allein in diesem März. Nichts davon findet in der SZ Erwähnung. Was auch für die Raketen Nummer eins bis fünf gilt. In der Münchener Redaktion legt man dagegen auf die Erwähnung anderer, bedeutsamerer Fakten wert…

“In den Trümmern des Kleinwagens starb auch einer seiner Helfer, Mahmud Hanani.” (Hervorhebung Moritatensaenger)

Ein “Kleinwagen” war das also…

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…?! Wie ungeheuer wichtig für den Leser. Und eine Information, die sich so – zumindest vom Moritatensaenger und in zugegeben relativ kurzer Suche – in keinem seriösen internationalen Medium (Washington Post, New York Times u.a.) hat erneut finden lassen. Wichtig daran war den SZ’lern wohl auch nur, die Schutzlosigkeit des bedauerlichen Opfers gegenüber dem Aggressor Israel zu betonen. Waffenstarrende Kampfhubschrauber und allgegenwärtige Drohnen gegen einen harmlosen Kleinwagen. Und gegen ein Mitglied eines – immerhin als militant bezeichneten – “Volkswiderstandskomitees”. Volkswiderstandskomitee!! Wer knallt da in linken Kreisen nicht im Geiste die Hacken zusammen. Was spielt es schon für eine Rolle, dass der Verein des Getöteten andernorts als Terroristische Vereinigung gilt (ja, nur in den USA und Israel, ich weiß). Wie militant das Volkswiderstandskomitee ist, zeigt ein Blick auf eine seiner typischen “Widerstandsaktionen”…

“Tali Hatuel, 34, and her daughters – Hila, 11, Hadar, 9, Roni, 7, and Merav, 2 – of Katif in the Gaza Strip were killed when two Palestinian terrorists fired on an Israeli car at the entrance to the Gaza Strip settlement bloc of Gush Katif.[…] Their white Citroen station wagon spun off the road after the initial shooting, then the attackers approached the vehicle and shot the occupants dead at close range.” [7] (Hervorhebung Moritatensaenger)

Mittlerweile scheint klar, dass die Palästinenser von Freitag Nacht bis Samstag Morgen an die 100 Raketen auf israelische Zivilisten abgefeuert haben [8]. Unterschiedslos auf Männer, Frauen, Kinder, mit dem einzigen Ziel zu terrorisieren und zu töten. Doch noch immer ist dieser Bruch jeden Völkerrechts in der Süddeutschen nicht zu finden, noch immer (Samstag 16:30 Uhr) ist die unaktualisierte frühe Version erste Wahl für unser Blatt, wo schwammig von…

“mehr als 45 Raketen und Granaten Richtung Israel”

…die Rede ist. Was “in Richtung Israel” faktisch bedeutet, wer tatsächlich Ziel der fortgestzten Angriffe ist, auch das verschweigt die SZ. Schlagzeilen werden dort erst wieder plärren, wenn das moderne Synonym für den Juden, der unser Unglück ist, wenn Israel an den Pranger gestellt werden kann.
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südwatch

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