Maßgebliche Denkerin

“Eine Gruppe Intellektueller”, schreibt die taz in einer ihr eigenen Sprache, “sehen [..] den Ruf von [Judith] Butler durch die pauschalisierende Kritik an ihrer Person gefährdet.” Unter den Intelektuellen und Intelektuellinnen, die es gar schröcklich finden, Judith Butler nicht nur an ihren Worten, sondern an ihren Taten zu messen, fänden sich “Nancy Fracer, Martin Jay, Carolin Emcke oder taz-Autoren wie Micha Brumlik und Diedrich Diederichsen”.

Judith Butler, und daran wird wohl leider kein Protest noch etwas ändern können, wird in der nächsten Woche von der sehr deutschen Stadt Frankfurt am Main deren nach Theodor W. Adorno benannter Preis verliehen. Die Geehrte, heißt es in der Urteilsbegr entsprechenden Ankündigung, sei “eine der maßgeblichen Denkerinnen unserer Zeit”. Nun denkt die große Denkerin etwa, Antiimperialismus sei ein Alleinstellungsmerkmal der politischen Linken, wie sie u.a. in der Zeit mitteilt:

“Vor einigen Jahren wurde ich während eines akademischen Vortrags aus dem Publikum heraus gefragt, ob Hamas und Hisbollah meiner Ansicht nach Teil der ‘globalen Linken’ seien, worauf ich mit zwei Anmerkungen antwortete. Mein erster Punkt war rein deskriptiv: Die genannten politischen Organisationen verstünden sich als antiimperialistisch, und Antiimperialismus sei ein Merkmal der globalen Linken, sodass man sie vor diesem Hintergrund als Teil der globalen Linken beschreiben könnte.”

Wer in der Schule manchmal wach war, könnte einwerfen, daß Adolf Hitler oder Benito Mussolini zwar Antiimperialisten, aber doch gewiß keine Linken waren. Als antiimperialistisch verstehen sich auch deren Erben – und die werden, Überraschung!, geächtet unter der Verwendung von Slogans, in denen das Wortpaar “gegen Rechts” nicht fehlen darf. Judith Butler, diese “maßgebliche Denkerin”, denkt also gelegentlich groben Unfung. Und das auch noch öffentlich.

Hamas und Hisbollah als “politische Organisationen” zu bezeichnen, und das tut sie in ihrer “Verteidigungsrede”, verharmlost die genannten Organisationen, von denen eine selbst in Europa und alle in den Vereinigten Staaten als terroristische gelten. Läßt die Hamas zum Schuljahresbeginn in Israel Raketen auf Schulanfänger abfeuern, ist das in der Logik der Philosophin aber vermutlich nur ein kreativer Diskussionsbeitrag zur Bildungspolitik der jüdischen Demokratie.

Oder ist das schon jene “Gewalt”, von der die Maßgebliche behauptet, sie verurteile sie? Wo hört die Politik der linken Hamas auf und wo beginnt die Gewalt der linken Hisbollah? Hierzu ist Judith Butler erstaunlich undeskriptiv, wie die taz einräumt: “Irritierend bleibt, warum für Butler die politischen Ziele von Hamas und Hisbollah keiner Erörterung wert sind.” Einem Feind Israels kann das aber auch gleichgültig sein: die Hauptsache ist ja gerade der Haß auf Israel und dessen Bevölkerungsmehrheit.

Und da trifft Judith Butlers Theorie auf Judith Butlers Praxis. Sie unterstützt mit ihrem guten Namen Vereine wie USACBI, die US Campaign for the Academic & Cultural Boycott of Israel. Und sie tut dies uneingeschränkt, nicht etwa als eine Art Freizeitvergnügen, das mit ihrem “maßgeblichen Denken” an der University of California in Berkeley nichts zu tun hat. Wer glaubt, man könne das eine vom anderen trennen, der sollte sich dafür einsetzen, “Friedensflieger” Rudolf Heß postum einen Nobelpreis zu verleihen.

USACBI unterwirft sich in einem mission statement den Richtlinien der Palestinian Campaign for the Academic & Cultural Boycott of Israel (PACBI), in denen unmißverständlich formuliert wird, wie umfassend der Boykottaufruf gemeint ist:

“Publishing in or refereeing articles for academic journals based at Israeli universities. These journals include those published by international associations but housed at Israeli universities. [..]

Research and development activities on behalf of international corporations involving contracts or other institutional agreements with departments or centers at Israeli universities. [..]

Palestinian/Arab-Israeli collaborative research projects or events, especially those funded by the various EU and international grant-giving bodies. [..]

Addresses and talks at international venues by official representatives of Israeli academic institutions such as presidents and rectors. [..]“

Es ist angesichts dieser – unvollständigen – Auswahl der von Judith Butler mit ihrer Unterschrift unterstützten Regeln entweder ein Beweis größter Ahnungslosigkeit oder eine dreiste Lüge, behauptet die erwähnte “Gruppe Intellektueller”, es treffe nicht zu, “dass Butler für einen generellen Boykott israelischer Organisationen eingetreten ist”. Selbst eine akademische Zusammenarbeit mit in Israel lebenden “Palästinensern” gilt für PACBI und USACBI als verboten, wie sollte es da Ausnahmen für israelische Juden geben?

Judith Butler ist die Antisemitin, die sie nicht sein will. Ihr Haß auf die jüdische Demokratie und alle ihrer Bürger, jüdische wie arabische, mag noch nicht gewalttätig sein, doch er ist durch ihre Unterstützung für USACBI belegt, eine Unterstützung, die sie freiwillig erklärte. Wer meint, diese Unterschrift und ihre Bedeutung leugnen oder als weniger beachtenswerte “Nebensache” abtun zu können, leugnet oder verharmlost Antisemitismus. Und wer Judith Butler ehrt, erklärt sie mit ihrem Antisemitismus zu einem Vorbild.

tw24

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