Verpaßte Gelegenheit

“Palästina” ist sauer, und daher “fordert” es, wie RIA Nowosti formuliert, einen “Rücktritt des israelischen Außenministers”. Avigdor Lieberman hat nämlich etwas getan, was “Palästina” unverzeihlich findet – er hat einen Brief geschrieben, einen bösen, einen ganz, ganz schlimmen Brief:

“Der Brief ruft auf, Palästinenser zur Durchführung allgemeiner Wahlen anzuregen.”

“Es muss Parlamentswahlen geben”, bestätigt AFP den Inhalt des unerhörten Schreibens, “eine neue Palästinenserführung, die legitim und hoffentlich realistisch ist, muss gewählt werden.” Ein “Aufruf zu Mord” sei das, erklärte für Abu Mazen dessen Sprecher Nabil Abu Rudeineh.

Was vor etwas mehr als einem Jahr selbst von “Palästinenserpräsident” Abu “Palästina” Mazen für den Mai 2012 angekündigt und versprochen wurde, nämlich Wahlen, ist, nachdem der Termin ohne Wahlen verstrich, ein “Mordaufruf” – aber der Irre in dieser Geschichte soll Avigdor Lieberman sein.

Nachdem bereits am Mittwoch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mitteilen ließ, die Ansichten seines Stellvertreters seien allein dessen Ansichten, meldet nun sich auch Ehud Barak, der israelische Verteidigungsminister, und erklärt: “Abbas is no Zionist [..] but to suggest that we should try to oust him – that’s a strange idea.”

Neben dem entlarvenden Geschrei aus Ramallah kann es keine schönere Bestätigung für die Richtigkeit des Vorschlags Avigdor Liebermans geben. Der wünscht sich nämlich, wie er unter Bezug auf Benjamin Netanjahus Rede im Juni 2009, schreibt, tatsächlich einen “palästinensischen” Staat neben Israel.

Damit es jedoch einen solchen Staat geben kann, sind, das liegt auf der Hand, Vertreter “Palästinas” nötig, die es auch tatsächlich repräsentieren und zudem einigermaßen verläßliche Verhandlungspartner sind. Auf den Kleptokraten Mahmoud Abbas trifft das so wenig zu wie auf den “Präsidenten” Abu Mazen.

Kaum hatte Ehud Barak ihm am Dienstag telephonisch zum Abschluß des Ramadan gratuliert, erklärte Abu Mazen Jerusalem zu einer Stadt, die Heimat einzig für Muslime und Christen sei, und “vergaß” dabei ganz deren belegreich dokumentierte jüdische Geschichte. Natürlich, “Mahmoud Abbas ist kein Zionist”.

Und Abu Mazen, auch das stimmt, ist kein Parteifreund Avigdor Liebermans. Daß mit diesem “Palästinenserpräsidenten” indes Gespräche möglich sein sollen, die auch noch erfolgreich enden, ist eine Illusion, der anzuhängen im  günstigsten Fall nur Zeitverschwendung ist. An ihm festzuhalten – das jedenfalls ist “a strange idea.”

Schade, daß zu dieser Erkenntnis bislang nur Avigdor Lieberman gekommen ist. Sein Brief hätte, dessen Unterstützung durch die israelische Regierung und eine unvoreingenommene Bewertung durch das Nahost-Quartett vorausgesetzt, der Anfang vom Ende des “palästinensisch”-israelischen Konflikts sein können.

Von einem “Palästina”, dessen demokratisches Mandat schlicht nicht existiert, als “Mordaufruf” diffamiert und einer antisemitischen europäischen “Außenministerin” nicht einmal zur Kenntnis genommen, wird er wohl  als weitere verpaßte Chance in die Geschichte eingehen.

tw24

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