Falsche Freunde

Während Israels angebliche Verbündete, von denen manche sogar behaupten, Freunde der jüdischen Demokratie zu sein, am Freitag Zeit fanden, mit bis zur nächsten Heizperiode gültiger Empörung ein Urteil eines Moskauer Gerichts zu kommentieren, unterließen sie es, das zu tun, wozu sich wenigstens UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon durchringen konnte:

“The Secretary-General is dismayed by the remarks threatening Israel’s existence attributed over the last two days to the Supreme Leader and the President of the Islamic Republic of Iran. The Secretary-General condemns these offensive and inflammatory statements.”

Beredtes Schweigen herrscht im deutschen Auswärtigen Amt zur “Analyse” des iranischen Botschafters in Moskau, Israel und Zionismus seien das “Hauptproblem der Welt”, stumm ist das Weiße Haus zur Forderung Mahmoud Ahmadinejads, die Menschheit müsse “den zionistischen Schandfleck aus ihrer Gesellschaft” entfernen.

Auch Catherine Ashton, die “Außenministerin” der Europäischen Union, konnte am Freitag noch kurz vor Mitternacht ein statement veröffentlichen, mit dem die Ukraine verurteilt wird, doch Ayatollah Ahmad Khatamis Diagnose, “Zionists understand only the language of force”, eine Absage an friedliche Konfliktlösung, verhallte offenbar ungehört.

Dabei meint Ban Ki-Moon seine Worte natürlich nicht so ernst, wie sie vielleicht klingen mögen. Denn bereits in wenigen Tagen will er Teheran besuchen, wo das Regime ein Treffen blockfreier Staaten ausrichtet und damit demonstriert, daß es trotz seiner Aggressivität alles andere ist als international isoliert. Doch immerhin, der UN-Generalsekretär heuchelt wenigstens noch.

Israels angebliche Freunde legen nicht einmal mehr Wert darauf, den Schein zu wahren.

UPDATE

Nachtrag: Beim deutschen Staatsfunk ist seit ca. 19 Uhr zu lesen:

“Die EU-Außenbeauftragte Ashton hat die jüngsten Äußerungen des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad zu Israel verurteilt. Die Aussagen des Politikers seien empörend und abscheulich, teilte sie in Brüssel mit. Statt die angespannte Lage zu verschärfen solle Teheran eine konstruktive Rolle in der Region einnehmen und zu einer Deeskalation beitragen, meinte Ashton weiter. “

Die Website des Europäischen Rats weiß von diesen Anmerkungen seiner “Außenministerin” (noch) nichts.

tw24

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