Potsdam: Deutsch-iranischer Soziologe warnt vor Zusammenarbeit mit „islamistischer Kaderschule“

Gegen die Kooperation der Universität Potsdam mit der iranischen „Hochschule für Religionen und Denominationen“ in Qom sind schwerwiegende Vorwürfe erhoben worden. Der deutsch-iranische Soziologe und Politologe Wahied Wahdat-Hagh meldete sich am Donnerstag in der „Jungle World“ zu Wort. Sein Fazit: Die iranische Religionshochschule (URD) sei keineswegs liberal. „Das Selbstverständnis der URD-Universität ist es, Kenntnisse über andere Religionen zu erwerben, um ,den Islam’, das heißt die islamistische Doktrin des Regimes, zu propagieren und zu lehren. Dies steht in bester Tradition der Politik der totalitären Diktatur der ,Islamischen Republik Iran’“, schreibt der Senior Fellow der European Foundation for Democracy in Brüssel, der auch Mitglied des vom Bundestag eingesetzten Expertenkreises Antisemitismus ist.

Das Institut für Religionswissenschaft der Universität Potsdam pflegt mit der islamischen Hochschule in Qom einen regen Austausch, bereits in diesem Jahr sollen Doktoranden aus dem Iran in Potsdam mit ihrer Promotion beginnen. Johann Evangelist Hafner, Professor für Religionswissenschaft und Dekan der Philosophischen Fakultät betreut die Kooperation. Er hatte den PNN gesagt, dass die Qom die einzige Universität im Iran ist, die sich von einem neutralen Standpunkt aus anderen Religionen nähert. Sie habe einen ungewöhnlich säkularen Blick auf andere Religionen. Allerdings weiß Hafner auch, dass die Professoren dort loyal gegenüber dem Staat und fromme Schiiten sind: „ Für sie ist es eine ständige Balance, sich wissenschaftlich mit Religion zu befassen, denn Qom ist ein Zentrum des Islam.“
Der Deutsch-Iraner Wahadt-Hagh nennt nun Vordenker der Qom-Schule, die die Auseinandersetzung mit anderen Religionen als ein „sensibles Gebiet“ bezeichnen. Man müsse „voller Skrupel darauf achten, was dort passiert“, zitiert er Großayatollah Makarem Shirazi. Die Studenten sollten den Unterricht der anderen Religionen genau beobachten. Wahadt-Hagh sieht darin eine Aufforderung zur Bespitzelung. Ziel sei es, die Menschen, die man bekehren will, zuvor genau zu studieren. Der Iran-Experte führt Textstellen an, in denen die Geistlichen der Qom dies auch offen benennen. Man müsse die Gedanken der anderen kennenlernen und verstehen, um dann diese zugunsten des Islam zu nutzen. Großayatollah Sobhani hätte die anderen Religionen sogar als „giftig“ bezeichnet. Man sollte diese Religionen so einsetzen, dass man davon profitiere.

Der Dekan der Qom-Schule, Seyyed Abdulhasan Navab, ist laut Wahadt-Hagh ein Absolvent der für militanten Messianismus bekannten extremistisch-schiitischen Haghani-Schule, die die Ideologie des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad vertrete. Die Qom-Uni sei in Ahmadinejads erster Regierungsperiode gegründet worden. Wahadt-Hagh bezeichnet sie als islamistische Kaderschule. „In der totalitären Diktatur der iranischen Islamisten ist eine unabhängige Forschung unmöglich“, schreibt er. Freiheitsräume suche man an der URD-Uni vergeblich. „Nun sind alle Türen für die Anhänger des Revolutionsführers Ali Khamenei in Potsdam offen“, bemängelt der Soziologe, mit Verweis darauf, dass bereits 2006 eine Kooperation der Potsdamer Uni mit einer iranischen Hochschule wegen der antiisraelischen Politik Ahmadinejads abgebrochen worden sei.

Auch der ehemalige Direktor der Institute für Religionswissenschaft und Jüdische Studien der Uni Potsdam, Karl E. Grözinger, hat in einem Schreiben an die Uni-Leitung, das den PNN vorliegt, seine „höchste Besorgnis“ über die Kooperation zum Ausdruck gebracht. Am Institut für Religionswissenschaft sieht man die Kooperation indes nicht infrage gestellt. Es sei dem Institut bewusst, dass eine akademische Intuition im Iran nicht im Widerstand zur Regierungslinie stehe, sagte Hans-Michael Haußig. Es sei klar, dass es im Iran keine Religionsfreiheit gebe.

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