Kein Auftritt

Kein Auftritt.Die Organisator_innen des Chris­to­pher Street Day in Duis­burg schei­nen zur Besin­nung gekom­men zu sein. Sie hat­ten zunächst die ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­sche Band „Die Band­breite” ange­kün­digt. Die Band ist vor allem bei „Trut­hern” und ande­ren Ver­schwö­rungs­fans beliebt, schließ­lich deu­tet sie die Ereig­nisse des 11. Sep­tem­ber 2001 um, in dem sie die musi­ka­li­sche Behaup­tung auf­stellt, dass die isla­mis­ti­schen Atten­tate doch auch durch ame­ri­ka­ni­sche Insti­tu­tio­nen ver­ur­sacht wor­den sein könn­ten. Außer­dem repro­du­ziert die Band zahl­rei­che wei­tere ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­sche Kon­strukte, vom Angriff auf Pearl Har­bour bis zur Umdeu­tung der Immun­schwä­che­krank­heit AIDS. Dabei beruft sich die Band auf den anti­se­mi­ti­schen Auto­ren Wolf­gang Eggert.

Im Lied „Kein Sex mit Nazis” geht es wie­derum um die his­to­risch in kei­ner Weise bewie­sene Homo­se­xua­li­tät Adolf Hit­lers. Des­sen Fana­tis­mus wird dar­auf zurück­ge­führt, dass „kei­ner von den Schwu­len (…) damals Sex mit Nazis” wollte. Die Band kon­stru­iert also letzt­end­lich einen Zusam­men­hang zwi­schen natio­nal­so­zia­li­ti­scher Ideo­lo­gie und homo­se­xu­el­ler Ori­en­tie­rung, auch wenn sie ihr Lied als „Per­si­flage” ver­kauft. Damit stellt sich die Band in eine ein­deu­tige Tra­di­ti­ons­li­nie. Schließ­lich deu­te­ten bereits sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Exil-Zeitungen die Nazi­ver­bände, von Hit­ler­ju­gend bis zur SS, als „Brut­stät­ten inver­tier­ter Sexua­li­tät” und raun­ten, dass die „homo­se­xu­elle Betä­ti­gung noch immer in den höchs­ten Krei­sen der Hit­ler­ju­gend und auch in der aller­nächs­ten Umge­bung des ‘Füh­rers’ anzu­tref­fen” wäre.

In einer ers­ten Erklä­rung, die die Organisiator_innen ver­öf­fent­lich­ten, wur­den die Inhalte der Band rela­ti­viert. Kurze Zeit spä­ter mel­dete sich aller­dings „Die Linke.Queer” aus NRW zu Wort. Die Lan­des­ar­beits­ge­mein­schaft der Links­par­tei skan­da­li­sierte den dro­hen­den Auf­tritt der Band voll­kom­men zurecht. „Homo­phobe Paranoia-Band”, hieß es in der Erklä­rung, die die Tat­sa­che betonnte, dass ein „Fest von Schwu­len und Les­ben für Schwule und Les­ben (…) einer Band wie der ‘Band­breite’ keine Bühne” bie­ten sollte.

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