Rücksichtnahme

Das “Amt für Statistik” der PA des “Palästinenserpräsidenten” Abu Mazen verwendet in einer ganzen Reihe seiner zahlreichen Publikationen so interessantes wie bezeichnendes Kartenmaterial.

Ausland ist auf dieser offiziellen Karte, was in einem hellen Rosé dargestellt ist: Ägypten, Jordanien (!), Syrien und Libanon; das Inland, oben links als “Palestine” vorgestellt, umfaßt die restlichen Gebiete.

Wer auf der Karte einen Hinweis auf den Staat Israel sucht, wird keinen finden, selbst Tel Aviv gehört als Jaffa zu “Palestine”. Die PA-“Behörde” erkennt offensichtlich weder Israels Existenz an noch irgendwelche “Grenzen von (vor) 1967″.

Sollte eine israelische Regierung, immerhin von nicht wenigen Bürgern demokratisch legitimiert, stellvertretend für diese sauer sein, wird ihr, ihnen und dem Staat Israel auf solche Weise die Daseinsberechtigung bestritten?

Die Antwort des Außenministeriums in London auf entsprechende Beschwerden jedenfalls würde eindeutig ausfallen, wie ein zuvor vertrauliches Dokument zeigt, das in dieser Woche das Magazin The Commentator veröffentlichte:

“Netanyahu has a history of using the incitement issue as a delaying tactic in peace talks.”

Angriffe, mit denen die PA die Existenz der jüdischen Demokratie leugnet, werden von der Regierung in London ignoriert, die Verwendung – zurückhaltend formuliert – irreführenden Kartenmaterials in Schul- und anderen Büchern kreativ entschuldigt:

“A map which shows Israel, within its internationally recognised boundaries and does not show a Palestinian State, only a PA with temporary authority provokes a set of difficult questions for PA educators.”

“Eine Karte, die Israel mit seinen international anerkannten Grenzen zeigt, aber keinen palästinensischen Staat, sondern nur eine PA mit temporärer Autorität, würde eine Reihe komplizierter Fragen an Lehrer der PA hervorrufen.”

Die armen “palästinensischen” Lehrer. Nur zu ihrem Schutz also verzichten Institutionen der PA auf korrekte Darstellungen, löschen Israel aus und lassen Tel Aviv, Haifa und Eilat als “palästinensische” Städte erscheinen.

Das ist doch eigentlich sehr rücksichtsvoll von der “Regierung” in Ramallah. Dumm nur, daß die Folgen dieser zumindest in London so sehr geschätzten Rücksichtnahme auf ansonsten überforderte Lehrer durchaus meßbar sind:

“Under the two-state solution, Palestine and Israel on pre-1967 lands, do you agree that part of the Israeli settlers stay under sovereignty of the Palestinian state?”

Total West Bank Gaza
n=1188 n=749 n=439
Strongly agree 4.7 2.7 8.2
Somewhat agree 15.0 10.9 21.9
Somewhat disagree 15.7 15.5 16.2
Strongly disagree 62.4 69.6 50.1
Don’t know 1.9 1.2 3.0
No answer 0.3 0.1 0.6

Diese repräsentative Umfrage macht Gaza nicht zu einem Ort, an dem man freiwillig und ohne Schutz leben möchte. Wenn die Regierung in London aber behauptet, die PA schüre keinen Haß auf Juden, so belegen diese Zahlen gewiß das Gegenteil.

Wir sehen davon ab, das diplomatische Personal Großbritanniens mit der Frage zu belasten, wie es sich die signifikanten Meinungsunterschiede zwischen den PA-Gebieten und Gaza erklärt. Mit der Beantwortung wären es und Lehrer der PA gewiß erfordert.

Ungemein leichter ist es, in Benjamin Netanjahu, dem Schrecklichen, allen Übels Ursache zu entdecken. Mit Antisemitismus hat das, wie gezeigt, aber überhaupt und gar nichts zu tun. London will doch nur nett sein.

tw24

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