Auf der Burg Waldeck gab es in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts die gleichnamigen Burg-Waldeck-Festivals, auf dem die damalige Crème de la Crème der deutschen Liedermacher_innen zusammenkamen, um Bänkelgesang und deutsches Liedgut zu intonieren. Es war das erste Open-Air in Deutschland. Hier traten Liedermacher wie Reinhard May, Franz Josef Degenhardt oder Hannes Wader auf und sangen von „Schmudel-” und anderen „Kindern” Gegen Ende der 60er Jahre sang man dann sogar die Internationale für die „Völker”, die nun endlich „die Signale” hören sollten.
Heute sind diese Liedermacher entweder verstorben oder verbittert. Das historische Waldeck-Festival gehört der Vergangenheit an. Seit einigen Jahren gibt es am gleichen Ort allerdings ein neues Festival. Dessen Organisator_innen müssen andere Liedermacher_innen und Volksmusikant_innen einladen. Der „Linke Liedersommer” findet seit einigen Jahren, wie die historischen Waldeck-Festivals, in der Nähe der gleichnamigen Burg statt. Es handelt sich um eines der traurige Farce, mit dem die dunklen Abgründe sichtbar werden, denen ein Teil der deutschen Linken verfallen ist. Zwischen dem 15. und 17. Juni 2012 kamen nach Angaben einer Teilnehmerin etwa 160 Menschen zusammen.
Organisiert wird der „Linke Liedersommer” durch den „Deutschen Freidenker Verband” und die „Jenny Marx Gesellschaft” aus Rheinland Pfalz. Die „Freidenker” möchten mit ihrem „Musiktreffen” an „die Tradition der legendären Waldeck-Festivals zu APO-Zeiten” anknüpfen. Der Verbandsvorsitzende, ein Verschwörungsideologe namens Klaus Hartmann, knüpft allerdings auch an ganz andere Traditionen an. Er möchte auf „die Begriffe ‘Antisemitismus’ und ‘antisemitisch“ verzichten”, es gehe darum diese zu „entsorgen”. Neben der Entsorgung findet Hartmann aber auch eine andere Vorgehensweise sympathisch, auch wenn er am Erfolg zweifelt:








