Jordanien: Christin gefeuert weil sie kein Kopftuch trägt

Eine jordanische Christin sagte am Sonntag, dass sie vor Gericht gegen ihren Arbeitgeber wegen willkürlicher Entlassung klagt, nachdem sie es abgelehnt hatte, bei der Arbeit ihren Kopf zu bedecken.

Der Vorfall ist selten und könnte die religiösen Spannungen in Jordanien, einem überwiegend konservativen muslimischen Land, noch verstärken. Das Land wird von König Abdullah II. regiert, einem westlich erzogenen Herrscher der als überzeugter Anhänger eines gemäßigten Islam Toleranz gegenüber anderen Religionen ausübt. Christen machen fast 4 Prozent der 6 Millionen Einwohner des Landes aus.

“Wir sind nicht im Iran, sondern in Jordanien und wir müssen weiterhin persönliche und religiöse Freiheiten gelten lassen, wie es in unserer Verfassung steht”, sagt Vivian Salameh, 45, die seit März 2010 stellvertretender Leiter der Unternehmenskommunikation in der Jordan Dubai Islamic Bank war, bis sie vor einer Woche gefeuert wurde.

“Ich bin Christ. Warum sollte ich ein Kleidungsstück tragen, das mir nicht von meiner Religion vorgeschrieben wird”, sagte sie in einem Interview.

Eine Sprecherin der Bank bestätigte, dass Salameh gefeuert wurde, weil “sie sich nicht an die Bedingungen ihres Vertrages gehalten hat. Wir sind eine islamische Einrichtung und die Kleiderordnung ist ein Spiegelbild unserer konservativen muslimischen Traditionen und Werte”, sagte sie.

Salameh sagt, sie habe seit 25 Jahren in der Abteilung für die industrielle Entwicklung Jordaniens in der Bank gearbeitet, bis im Jahr 2010 ein Ableger der Dubai Islamic Bank in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die Bank erworben hat. Im Januar 2011 veröffentlichte das neue Management eine neue Regelung, wonach eine einheitliche Kleiderordnung für alle Arbeitnehmer angeordnet wurde, einschließlich langer Röcke und Kopfbedeckungen für weibliche Beschäftigte.

Salameh akzeptierte die einheitlichen langen Röcke, weigerte sich aber, den “Deckel auf den Kopf” zu tragen, weil der ihre religiösen Überzeugungen verletzte. Außerdem habe sie seinerzeit als sie den Anstellungsvertrag unterschrieb, sich nicht zu einem Dresscode verpflichtet.

Affaneh, die Sprecherin der Bank sagt, die Kopfbedeckung ”ist ein modisches Stück weißes Tuch, das den Haaransatz zeigt, wie es die Frauen in den arabischen Golf-Staaten tragen. Es ist kein Kopftuch, das alle Haare bedeckt”, fügte sie hinzu. Sie sagt, dass fünf andere christliche Frauen in der Bank das Tragen der Kopfbedeckung akzeptiert hätten.

Als ich die Kopfabdeckung verweigerte sagt Salameh, “geschah 17 Monate lang nichts, bis ich vor zwei Wochen plötzlich zwei Mitteilungen erhielt die mich warnten, dass ich meinen Job verliere, wenn ich keine Kopfbedeckung trage”. Als ich an meiner Entscheidung festhielt, wurde ich am vergangenen Sonntag verbal gefeuert”, sagte sie und fügte hinzu, danach habe ich eine Klage gegen die Bank eingereicht.

Affaneh, die Sprecherin der Bank sagt, dass bei der Bank bisher keine Klage eingegangen sei. “Ihr Vertrag ermöglicht es ihr, zu tun was sie will”, sagte sie und lehnte es ab, die Angelegenheit weiter zu diskutieren.

Redaktion IsraelNachrichten

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