With friends like these …

Wenn selbsternannte “Freunde Israels” von der jüdischen Demokratie verlangen, diese solle ihr Schicksal dem Verhandlungsgeschick der “Freunde” anvertrauen, ergänzen jene ihren Rat nicht selten mit der Drohung mit den Raketen der Hisbollah.

Im Falle eines israelischen Einsatzes gegen Zentren des iranischen Kernwaffenprogramms, so der als angeblicher “Experte” derzeit in Deutschland omnipräsente Michael Lüders in einem Beitrag, werde “als eine der ersten Vergeltungsmaßnahmen [..] die Hisbollah Tel Aviv mit einem Raketenhagel belegen.”

Das ist zweifellos eine nicht allzu gewagte Prognose. Taugt sie jedoch tatsächlich als Argument gegen mögliche israelische Maßnahmen gegen das Rüstungsprogramm der Islamischen Republik?

Ende März traf Hisbollah-Anführer Hassan Nasrallah sich mit dem iranischen Botschafter in Beirut und einem hochrangigen Vertreter des “Außenministeriums” in Teheran. Beim Besuch der libanesisch-israelischen Grenze sicherte der Abgesandte aus Teheran der Hisbollah und Libanon Unterstützung zu.

Davon, wie diese “Unterstützung” konkret aussieht, kündet eine Erklärung Ban Ki-Moons, des Generalsekretärs der Vereinten Nationen: “Ich bin zutiefst besorgt über die militärischen Kapazitäten der Hisbollah und das Ausbleiben von Fortschritten im Entwaffnungsprozeß. [..] Waffen in der Hand nichtstaatlicher Akteure sind inakzeptabel.”

Die weltweit operierende islamistische Terrororganisation Hisbollah hat in der Tat ihr Waffenarsenal in den vergangenen Jahren mit Unterstützung aus der Islamischen Republik und Syrien ausgebaut und es als Druckmittel genutzt, die Macht in Beirut zu übernehmen.

Im März gelang es Ban Ki-Moon, mit der Erklärung, die Hisbollah sei eine Bedrohung für die Souveränität Libanons, den Hisbollah-“Abgeordneten” Hussein Musawi so sehr zu verärgern, daß der klagte, der UN-Generalsekretär diene mit seiner Auslegung der Resolution 1701 der “zionistischen Entität”.

Diese Resolution des UN-Sicherheitsrats aus dem Jahr 2006 fordert die libanesische Regierung auf, die Hisbollah zu entwaffnen. Unterstützt werden sollten die libanesischen Streitkräfte dabei durch UNIFIL-“Blauhelme”, die derzeit freilich mit verantwortungsvollem Tourismus beschäftigt sind.

“In their welcome address, UNIFIL Deputy Director of Political and Civil Affairs Francesco Manca and ESCWA representative Reem Nejdawi underlined the UN system’s support to national and sub-national activities towards a more sustainable rural and regional development, especially in areas beyond cities, such as south Lebanon.”

Unter internationaler Aufsicht also, die längst sich Beschäftigungen widmet, die in keinem Mandat auch nur vorsichtig erwähnt werden, hat die Hisbollah den Libanon übernommen und kann tun, was immer sie will – und, vor allem, aufrüsten für einen Krieg gegen das “zionistische Gebilde”.

Die Hisbollah ist eine Gefahr für Israel. Daß sie es heute wieder und in weitaus größerem Maß ist als 2006, ist maßgeblich einer internationalen Politik zu verdanken, die ihre Versprechungen gegenüber Israel offenbar vergessen hat – trotz Ban Ki-Moons regelmäßiger Warnungen.

Wenn die gleichen Staaten, die es längst hinnehmen, daß die Hisbollah ihr Waffenarsenal aufstockt, von Israel Zurückhaltung gegenüber Teheran und tatenloses Abwarten irgendwelcher “Verhandlungen” verlangen, so sind sie schlicht unglaubwürdig.

Der Aufstieg der Hisbollah zu einer Macht, an der vorbei im Libanon nicht regiert werden kann und die tatsächlich den Libanon in einen sicheren Rückzugsort für Terroristen verwandelt hat, ist ein Beleg dafür, daß Israel auf die “Staatengemeinschaft” sich nicht verlassen kann.

Was nützen eine UN-Resolution, die nicht umgesetzt wird, und “Blauhelme”, die sich zwar irgendwie beschäftigen, aber ganz bestimmt nicht damit, ihren Auftrag zu erfüllen? Die Gefahr, die von der Hisbollah ausgeht, ist ein trauriger Beleg für das völlige Scheitern auch und gerade westlicher Diplomatie.

Natürlich ist es wahrscheinlich, daß die Hisbollah, wie der “Experte” schreibt, “als eine der ersten Vergeltungsmaßnahmen [..] Tel Aviv mit einem Raketenhagel belegen” wird. Daß sie es kann, dafür sind nicht zuletzt jene mitverantwortlich, die sich von Michael Lüders & Kollegen beraten lassen.

Überließe Israel seine Sicherheit solchen “Freunden”, wäre es verloren. Und so kann deren Scheitern an der Aufgabe, die Hisbollah zu entwaffnen, eben nur ein Ansporn sein, sich nicht auf deren Wort zu verlassen, wenn es darum geht, Teheran abzurüsten.

tw24

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