Türkei droht EU-Mitglied Zypern mit Militärschlag

Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan belässt es nicht bei Wortdrohungen. Nachdem er angekündigt hatte, er werde seine Kriegsmarine einsetzen, um Israel in die Schranken zu weisen und türkische Ansprüche auf Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer zu unterstreichen, ist nun tatsächlich ein Kriegsschiff in See gestochen. Erdogan umriss zugleich eine Politik, die von Experten als “neue maritime Doktrin” gewertet wird.

Die US-Firma Noble Energy hatte im Auftrag Zyperns mit Probebohrungen im sogenannten Block 12 der maritimen Wirtschaftszone des Inselstaates begonnen, in der Nähe der Grenze zwischen der zyprischen und der israelischen Zone. Zypern hatte sich zuvor mit Israel und auch Ägypten auf den genauen Verlauf dieser Grenze geeinigt. Noble ist sowohl von Israel als auch von Zypern beauftragt, Probebohrungen vorzunehmen. Die Türkei hatte daraufhin angekündigt, die “Interessen Nordzyperns” an diesen Erdgasvorkommen notfalls militärisch zu verteidigen. Ankara tritt als “Garantiemacht” für das international nicht anerkannte, türkisch kontrollierte Nordzypern auf.

Ein türkisches Forschungsschiff patrouilliert in der Nähe der zyprischen Probebohrung. Die “Piri Reis” war zuletzt rund 60 Kilometer von den Zyprern entfernt im “Block 13″ der Wirtschaftszone, wird aber wohl in den Gewässern vor Nordzypern bleiben. Erdogan hatte gesagt, dass die “Piri Reis” von der türkischen Kriegsmarine eskortiert werden würde. Tatsächlich ist die Fregatte “Yavuz” zwei Tage nach dem Forschungsschiff in See gestochen, um Aufgaben im Bereich “Eskorte und Patrouille” wahrzunehmen. Die “Piri Reis” soll vor Nordzypern nach Erdgas forschen. Dass sie dazu technisch in der Lage ist, wird von Experten bezweifelt. Darum geht es aber wohl auch nicht – es geht um die Demonstration von Ansprüchen.

“Wenn die Griechen aufhören, hören wir auch auf”, sagte EU-Minister Egemen Bagis. Und drohte: “Wenn sie weitermachen, werden sie die Haltung der Türkei sehr gut kennenlernen.” Derzeit laufen Verhandlungen über eine etwaige Wiedervereinigung der seit 1974 getrennten Insel. International ist nur der griechische Teil anerkannt, als rechtmäßiger Vertreter ganz Zyperns. Somit sind die (Süd)-Zyprer juristisch eindeutig im Recht – darin sind sich alle Experten einig außer vielleicht jenen der Türkei. Die zyprische Regierung nannte die Präsenz türkischer Schiffe in diesen Gewässern denn auch “illegal”.
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